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Schon gehört? Der BMW 507 von Elvis Presley findet seinen Weg zurück in den Schoß des BMW Konzerns. Das deutsche Äquivalent zum King of Rock ‘n Roll fuhr nicht ganz so exklusiv. Roy Black, König der Schmalzlocken und des Schlagers, testete im November 1968 exklusiv für die “Bravo” den Opel GT. Und war wohl so begeistert, dass er ihn direkt bestellt hat.

Das ganze ist schon ein paar Jahre her, mittlerweile haben beide das Zeitliche gesegnet. Während der eine an Tabletten gestorben ist, hat der andere das gleiche Ziel mit Alkohol erreicht. Rock ‘n Roll und Schlager.

Nicht mehr ganz auf den Beinen ist auch der BMW 507 von Elvis. Der wird gerade neu poliert, anbetracht der Tatsache, dass von dem Kunstwerk auf Rädern nur 254 Stück produziert vielleicht auch verständlich. Demgegenüber rollen noch einige Opel GTs durch die deutschen Lande, die eine Frischzellenkur als andere als nötig haben. Kein Wunder, immerhin wurden von 1968 bis 1973 auch über 100.000 Stück gefertigt. Der ein oder andere hatte also gute Chancen mehr als nur eine Krise zu überleben.

3Meine erste Begegnung mit dem GT lief übrigens mit einer Verwechselung ab. Ich dachte es wäre eine Corvette. Kann passieren, ich war noch keine zehn und aus der richtigen Perspektive sieht das Ding auch gewaltig nach der Corvette C3 aus.  Liegt vielleicht auch daran, dass ein und dasselbe Designteam beide Wagen entworfen haben (sic!). In den USA war der Opel demnach auch als “Baby Corvette” bekannt und hatte eine zahlreiche Fangemeinde.

Als ich die Gelegenheit bekam, einem Opel GT/J etwas näher zu kommen, konnte ich nicht nein sagen. Was ist der GT/J? Der GT/J ist die Sparversion des GT A-L. Auch nicht hilfreich. Es ist eine Art chromloser Flachmann. Technisch absolut identisch zum GT A-L (L für Luxus) wurde beim GT/J größtenteils auf den obligatorischen Chrom verzichtet, so bestehen etwa die Stoßfänger aus schwarzem Plastik. Auch der Innenraum hatte zahlreiche Einsparungen, am augenfälligsten war hier die Verwendung von schwarzem Kunstleder als Bezug anstelle des Flechtimitats, welches im GT A-L verbaut war.

Unter der Haube werkelte bei beiden Varianten ein längs eingebauter 1,9 Liter Reihenvierzylinder mit sagenhaften 90 PS. Der Beiname “Baby Corvette” kommt also nicht von ungefähr. Der Sprint von 0-100 lief in etwa 11,5 Sekunden ab, wohl nicht so schlecht für die Zeit, die Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 185 km/h.

Der hier abgebildete GT/J ist im Übrigen top restauriert. Das H-Kennzeichen war laut Besitzer kein Problem, was dem Wagen auch direkt angesehen wird. Das Fach für das Radio ist noch leer, aber auch hier ist die Suche nach einem Original Opel GT schon am Laufen. Nicht original sind allerdings die Felgen von ATS. Original waren einfache Stahlfelgen ohne Blenden, die, nun ja, wie einfache Stahlfelgen ohne Blenden aussahen. Von den Besitzern wurden diese schon damals in aller Regel schnellstmöglichst ausgetauscht, und zwar in jene von ATS. So gesehen waren die ATS vielleicht nicht die Werksausführung, aber irgendwie, immerhin ansatzweise, original. Geht schon. Sieht auch der TÜV so.

Persönlich habe ich mich ja in die Coke Bottle Shape verliebt. Ok, die Klappscheinwerfer sind Ansichtssache. Und auch direkt von vorne oder hinten betrachtet fällt auf, wie verdammt schmal und überhaupt nicht Muscle Car mäßig der Wagen ist. Aber aus der richtigen Perspektive, etwa der eines nostalgischen 30 jährigen der an sein 10 jähriges Ich zurückdenkt sieht das Ding einfach immer noch brutal aus. Ich mag die Karre ja.

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Noch mehr wissenswertes zum Opel GT/J findet ihr übrigens hier!

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